Salzmest historisch

Aus der 500-jährigen Geschichte unserer Gaststätte

Erste Erwähnung 1548

Die Gaststätte „Zur Salzmest“ in Reinsdorf hat eine lange Geschichte hinter sich. Wenn auch das heutige Gebäude, im Jahre 1902 erbaut, erst ein knappes Jahrhundert alt ist, so standen einst an dessen Stelle Vorgängerbauten als weit bekannte Wirtshäuser.
Ein erstes Mal wird die jetzige Gaststätte „Zur Salzmest“als „Erbschänke“ in einem Lehnbrief für den Schönfelder Rittergutsbesitzer Hans Metzsch im Jahre 1548 erwähnt. Das war in der Reformationszeit – zwei Jahre nach Luthers Tod.
Das Rittergut in Schönfels besaß die Erbschenke in Reinsdorf. Deren erster uns bekannter Wirt war Simon Albert, geboren 1566 in Irchwitz. Mit ihm beginnt die Kette der Reinsdorfer Albert´s, die ununterbrochen bis ins Jahr 1936 hineinreicht. Also behauptete sich jene Wirtsfamilie Albert genau 370 Jahre in Reinsdorf, fast 4 Jahrhunderte.
Letzter Wirt dieser Sippe war in Reinsdorf Hermann Julius Albert (geb.1860), der, wie seine Vorfahren, zugleich als Landwirt eines großen Hofes das Seine verrichtet hat. Als er als letzter Albert die Gaststätte betrieb, trug diese den Namen „Gasthof zur goldenen Sonne“ Sein Grab hat sich auf dem Kirchfriedhof in Reinsdorf erhalten. Danach übernahm die mit dem Heimgegangenen verschwägerte Familie Würker den Gasthof und führte ihn weiter bis 1940. Dann ruhte in der Kriegs- und Nachkriegszeit die Gastwirtschaft, bis sie dann erst im Jahr 1960 wieder eröffnet werden konnte.

gaststube 1960
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Von 1960 bis Heute

Während der DDR-Zeit wurde das Gasthaus als Konsum-Gaststätte geführt und verwaltet.
Herr Taubert hat die Gaststätte 1999 ausgebaut und modernisiert. Er führte diese 8 Jahre. Danach übergab er sie an seinen Neffen. Dieser leitete die Geschicke der Salzmest bis 2013. Während dieser Zeit arbeitete Frau Seuke bereits 3 Jahre als Köchin in der Salzmest.
Ab 01.07.2013 übernahm Familie Seuke/Reuter die Gaststätte im laufenden Betrieb und bringt seitdem kreative und frische Küche in die Salzmest. Täglich wechselnde Angebote sowie Wochenkarten runden das neue Konzept ab.
Die Gaststätte ist in Greiz, in Reichenbach und Umgebung gleichermaßen bekannt und beliebt.

Salzmest auf alt
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Woher kommt der Name Salzmest?

Der Name „Zur Salzmest“ hat folgenden Hintergrund. In früheren Zeiten gewann man Salz in der Nähe des danach benannten Altensalz im Vogtland. Das im dortigen Quellwasser enthaltene Salz wurde mittels einer Saline herausdestilliert. Das bei Altensalz wie anderswo im Vogtland gewonnene Kochsalz brachte in vergangenen Zeiten dem Kurfürstentum Sachsen großen Gewinn.
Solches Salz wurde auch in unser Ländchen Reuß ä.L. eingeführt oder es musste durch unser Ländchen befördert werden. Man beförderte das Salz mit von Zugtieren gezogenen Wägen zu Lande. Einfacher lagen die Dinge aber dann, wenn ein Fluss als Verkehrsweg genutzt werden konnte, wie in diesem Fall die Göltzsch. Immerhin war das Göltzsch-Elster-Saale-Floßgrabensystem eines der größten in Deutschland (so Karl Robert Preußner a.a.O.). Also waren auf der Göltzsch auch Flöße unterwegs, die das Salz weiter beförderten bis in die Nähe des heutigen „Echos“ unterhalb von Reinsdorf. Dort lud man die wertvolle Fracht wieder auf Ochsenfuhrwerke um. Auf dem sogenannten “Schindanger“, der zwischen den heutigen Anwesen Vöhler und Zellhuber endete, kam das Salz nach Reinsdorf in das Haus „An der Salzmest 6“. Und dieses Haus war einst die Zollstation am Übergang des Kurfürstentums Sachsen in das Territorium Reußä.L. (Die Göltzsch und der Friesenbach waren hierzulande die Grenze zwischen Sachsen und Reuß ä.L., an deren Verlauf sich bis heute nichts geändert hat).
Also wurde damals in der alten historischen „Salzmest“ dass aus Sachsen dahin gebrachte Salz in seiner jeweiligen Menge mit maßgerechten Holzfässern gemessen und entsprechend verzollt. Später nutzte man diese Zollstätte als Gasthaus, dessen Wirt der beliebte August Tropharz war.

Reinsdorf bei Greiz
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Erwähnenswerte Episoden

Im Laufe der vielen Jahre ereigneten sich auch einige erwähnenswerte Episoden. Das Rittergut zu Schönfels (bei Greiz), dass über die Erbschenke in Reinsdorf das Sagen hatte, war befugt, dort nach Belieben fremdes oder selbstgebrautes Bier ausschenken zu lassen. Des Bieres wegen gab es langwierige Streitigkeiten zwischen dem Reinsdorfer Wirt und seiner Herrschaft. Diese zogen sich hin von 1634 bis 1764. Die Albert`s waren bemüht, ihren Gästen ein gut gebrautes Bier anzubieten. Doch wurde es ihnen dabei nicht leicht gemacht.
Als zum Beispiel am 05.10.1634 der Wirt Simon Albert aus Langenwetzendorf vier Viertel Bier geholt hatte, wurde er in Greiz vom Stadtrat aufgehalten, der ihm das Langenwetzendorfer Bier entwendete. Deswegen wurde beim Landesherren Heinrich V. Beschwerde eingelegt mit dem Erfolg, dass der Greizer Stadtrat das weggenommene Bier dem Reinsdorfer Wirt herausgeben musste. Ein Jahr darauf erregte ein sehr trauriger Vorfall die Gemüter. Am 16.08.1635 erschlug der Kesselflicker Georg Mörel (aus Amberg/Oberpfalz) den Garnhändler Hans Lahr (aus Mylau) im Wirtshaus zu Reinsdorf. Dieses Verbrechen hat damals die Reinsdorfer Wirtsleute und viele andere sehr betroffen gemacht. Der Mörder wurde vom Zwickauer Scharfrichter Bernhardt – auf Anweisung der Kommerstädtschen Gerichte- durch das Schwert hingerichtet.
Ein weiterer Vorgang, der erwähnenswert ist, fiel in das Jahr 1689. Der Reinsdorfer Wirt Hans Albert beschwerte sich bei seinem Greizer Landesherren mehrmals über den Schönfelder Junker Hans Wilhelm Kommerstädt, der die Reinsdorfer Erbschenke mit „einem undüchtigen Bier“ versehen habe. Wenn er, der Wirt, aber das bessere Greizer Bier nach Reinsdorf bringen lasse, so wolle es der Junker ihm wegnehmen, weil es “ein über die maßen übler Trunk“ sei. Immer wieder versuchte der Wirt, Greizer Bier nach Reinsdof zu bringen, weil ihm das Bier, welches das Rittergut Schönfels nach Reinsdorf lieferte, ausgesprochen schlecht erschien. Der Streit um die Qualität der Biere in und um Greiz währte bis weit in das 18. Jahrhundert hinein.
Doch ging es nicht nur um das Bier. Ein anderer Gesichtspunkt ergab sich im Jahre 1723. Der Reinsdorfer Wirt Christian Albert wandte sich an Graf Heinrich XIII. Zu Untergreiz mit der Bitte, bei seinem Bierausschank Musikanten halten zu dürfen nach der Gepflogenheit anderer Wirtshäuser. Doch wurden solche Musikanten, die vor allem zum Tanz aufspielen sollten, dem Reinsdorfer Wirt nicht genehmigt.

Gaststube historisch
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